Fliegenfischen in Namibia
Tigerfisch mit der Fliege
Den Tigerfisch (Hydrocynus Vittatus) findet man in den meisten Wassersystemen des südlichen Afrikas, besonders im Sambesi, Kwando, Okavango, Kariba See und vereinzelt auch im Chobe.
Silber Flanken mit horizontal schwarzen Streifen und wunderschönen orange-roten Flossen machen diesen Fisch unverkennbar.
Und diese Zähne!! Scharf, spitz und gefährlich.
Tigerfische sind furchtlose Räuber. Die jüngeren Fische jagen in Schwärmen, wobei die Größeren in kleinen Gruppen oder einzeln jagen. Beute sind kleinere Tigerfische und alle anderen Fischspezies die in den entsprechenden Flüssen vorkommen.
Geräte
Rute
Am liebsten fische ich mit einer 9´6 Fuß, AFTM 8 Rute mit schneller Aktion.
Eine starke Rute ist von Nöten, um auch größere Fische unter Kontrolle zu halten und zu verhindern, dass der Fisch in Hindernisse wie umgestürzte Bäume, Seerosen oder Schilf flüchtet.
Aber auch mit Ruten der Stärke 5/6 kann man eine aufregende Angelei auf kleinere Tiger erleben, allerdings rate ich eher davon ab, denn es tauchen immer wieder große Exemplare auf, welche mit der 5/6er kaum zu bändigen sind. Es bildet sich bei langen, unnötigen Drills Säure in den Muskeln des Fisches, was ein Todesurteil für den Fisch bedeuten kann.
Flugschnur und Vorfach
Schussköpfe sind für mich die Antwort! Es empfiehlt sich zwei Spulen dabei zu haben. Für schnell fließende Gewässer (Zambezi) benutze ich einen schnell sinkenden Schusskopf und für flache Gewässer einen schwimmenden Schusskopf. Beide Spulen sind mit Running Line und ca. 100 m Backing bespult. Das Vorfach binde ich einfach mit einer Schlaufenverbindung an den Schusskopf. Monofil der Stäke 0,40 mm und ca. 1,5 m für den sinkenden Schusskopf und ca. 2,5 m Länge für die Schwimmschnur sind ausreichend.
Ganz wichtig ist ein 10 bis 15 cm langes Stück Stahldraht (Piano wire) zwischen Hacken und Monofile Schnurr.
Fliegen
Die von mir am häufigsten verwendete Fliege ist die „Tigger“. Sie wurde speziell für diese Art Angelei entwickelt und erwies sich als sehr erfolgreich, der Schenkel ist mit starkem Kupferdraht umwickelt, die Flügel aus Buck-Tail oder Ultra hair und einenm Epoxy Kopf. Aber auch „Clouser’s Minnow und sogar Hechtstreamer funktionieren gut. Fliegen in den Farbenkombinationen Grün/Weiss/Orange, Gelb/Rot und Orange/Weiss haben sich bewehrt. Eigentlich ist der Tigerfisch nicht sehr wählerisch was die Fliege betrifft, sie sollte nur beschwert sein und den Bissen standhalten können. Der Hacken sollte immer sehr spitz sein, da der Tigerfisch ein extrem hartes Maul hat.
Rolle
Das Wichtigste an der Rolle ist eine sehr gute Bremse, die gut und gleichmässsig abrollt. Selbstverständlich muss die Spule ausreichend Schnurr fassen können, mindestens 80m Backing, Running Line und Schusskopf.
Technik
Am bequemsten und effektivsten fischt man v
om Boot aus, dieses bietet eine größere Mobilität und ist sicher vor Krokodilen.
Ideal ist es mit dem Boot stromab zu treiben, ca. 30 m vom Ufer entfernt, und die Fliege dann in Ufernähe zu werfen.
Alternativ verankert man das Boot nahe Strömungskanten und Stromschnellen, denn überall dort wo reichlich Sauerstoff ist, kann man mit Tigerfischen rechnen.
Kurz lässt man die Fliege absinken und strippt dann schnell ein, meistens erfolgt der Biss nach den ersten eingestrippten Metern. Der Biss kommt völlig unerwartet und ist extrem aggressiv, mit einem heftigen Ruck in der Rute.
Der darauf folgende Run ist schnell und nicht zu stoppen. Versucht man es doch, kommen die gefürchteten Sprünge des Tigers, der bis zu 2 m aus dem Wasser springen kann. Hat man ihn dabei nicht verloren, beginnt ein langer Kampf!
Der Tigerfisch wird als der stärkste und aggressivste Süßwasserfisch bezeichnet. Und das mit Recht!
"Tiger on a Fly" hier anschauen:
